Ausgleichszahlungen

Die Akzeptanz der streng geschützten Tierart Luchs soll durch den Ersatz wirtschaftlicher Schäden unterstützt werden und die Förderung von Präventionsmaßnahmen einen Beitrag dazu leisten, den Umgang mit der Anwesenheit des Großkarnivoren erneut zu lernen.

Wenn auch von Seiten des Landes keine Verpflichtung zur Zahlung von finanziellen Entschädigungen für Luchsschäden besteht, so leistet das Land diesen Ausgleich im Rahmen des Luchsmanagements auf freiwilliger Basis.

Es können nur Risse Entschädigt werden, bei denen der Luchs entweder sicher als Verurascher festgestellt werden konnte, oder er nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

Die Bewertung des Verursachers erfolgt in drei Stufen:
• Todesursache kann festgestellt werden.
• Tod durch Prädator / Beutegreifer kann festgestellt werden.
• Tötung durch einen Luchs kann nicht ausgeschlossen werden.

Sofern die Tötung durch einen Großkarnivor erkennbar ist und darüber hinaus der Luchs nicht ausgeschlossen werden kann, kann die Ausgleichszahlung durch den Tierhalter bei der SNU beantragt werden.

Aus diesem Grund ist eine zeitnahe Meldung und Begutachtung dringend notwendig. Durch Abstriche am Riss und die darauffolgende Laboranalyse der Speichelproben kann der Luchs am sichersten als Verursacher nachgewiesen werden, sofern der Riss nicht länger als 24h alt ist. Nach dieser Zeit sinken die Chancen massiv noch eine erfolgreiche DNA-Analyse durchführen zu können.

Gemäß Luchs Managementplan wird die Schadenshöhe für die toten Nutztiere anhand der Schätztabelle der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK) auf Basis von aktuellen Werten ermittelt. Diese sind mit den Nutztierhalterverbänden abgestimmt. Es kommt der durchschnittliche Marktwert in Abhängigkeit von Rasse, Geschlecht, Alter, Gewicht, Leistungsgruppe und sonstiger Eigenschaften, wie z. B. Trächtigkeit, zur Anwendung.
Entschädigt werden auch Folgeschäden, die im Betrieb des Tierhalters entstanden sind, z. B. Schäden an Zäunen, Entsorgung der Tierkadavers, verunglückte Tiere, Aborte und andere Erkrankungen, die ursächlich, mit einer entsprechenden tierärztlichen Bescheinigung, auf den Luchsübergriff zurückzuführen sind.
Die Tierarztkosten für Untersuchung, Behandlung und falls erforderlich Einschläferung von verletzten Nutztieren können bis zur Höhe des Tierwertes (gemäß Schätztabelle der LWK) geltend gemacht werden; maximal 4.000 € pro Tier.


Das empfohlene Vorgehen im Falle eines Risse finden sie hier.

Bitte melden sie jeden Luchs-Rissverdacht zeitnah unter der Hotline: 06306-911 199 oder per Mail: Luchs@snu.rlp.de