Präventionsförderung

Im Interesse der Nutztiere und der Akzeptanz der Halter gegenüber dem Luchs sollen nach Übergriffen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen und gefördert werden, um weitere Übergriffe zu verhindern und einer möglichen Gewöhnung an Nutztiere vorzubeugen. Im Allgemeinen besteht für Nutztierhalter in ganz Rheinland-Pfalz keine Verpflichtung zur Ergreifung von speziellen Präventionsmaßnahmen gegen Luchsübergiffe.

Die finanzielle Förderung von Schutzmaßnahmen wird aufgrund der Seltenheit von Übergriffen nur betroffen Nutztierhaltern gewährt, unabhängig davon ob Hobby- oder gewerblicher Tierhalter. 

Nach dem ersten Luchsübergriff auf eine Herde besteht die Möglichkeit zur Förderung von 90% der Kosten beim Kauf von Elektronetzzäunen oder Material zur nachträglichen Elektrifizierung von Festzäunen. Da der Luchs sehr gut klettern kann, hat sich die Elektrifizierung von Zäunen zum Schutz des Nutzviehs bewährt. Für vom Land geförderte Präventionsmaßnahmen sind gewisse Standarts, in Form des Mindestschutzes-Luchs, zu erreichen.

Nach Abstimmung mit der SNU sind im Einzelfall auch der Kauf von Herdenschutzhunden förderfähig.

Die Antragstellung auf Förderung von Präventionsmaßnahmen erfolgt über die SNU. Das Projektteam berät und unterstützt betroffene Tierhalter bei der Planung und der Umsetzung der Schutzmaßnahmen.

Mindestschutz Luchs

In Einzelfällen können bestimmte Herden oder Weiden aufgrund ihrer Lage und der benachbarten Struktur mehrfach von Luchsübergiffen betroffen sein. Um eine Gewöhnung der Luchse an leicht zu erbeutende, ungeschütze Nutztiere zu verhindern und den betroffenen Tierhalter zu motivieren aktiven Herdenschutz zu betreiben, wird nach dem dritten Übergiff auf eine Herde innerhalb von 12 Monaten der "Mindestschutz Luchs" Voraussetzung für den vollen Schadensausgleich bei jedem weiteren Übergriff auf diese Herde.

Es besteht eine großzügige Übergangsfrist von 12 Monaten nach dem dritten Angriff bis zudem der Mindestschutz realisiert werden muss. Idealerweise sollte der Mindestschutz bereits nach dem ersten Übergriff auf eine Herde in einem Gebiet mit dauerhaftem Luchsvorkommen realisiert werden, zumal sie ab diesem Zeitpunkt bereits förderfähig ist.

Merkmale Mindestschutz:

Bei der Haltung von Schafen, Ziegen und Gehegewild (Damwild, Rotwild, Muffelwild) sind laut Managementplan Luchs folgende Merkmale zur Erfüllung des Mindestschutzes vorgegeben:


Weiden
• geschlossene Elektronetzzäune oder Litzenzäune mit mindestens 4 Litzen, Höhe der Zäune jeweils mindestens 90 cm, stromführend mit einer durchgängigen Spannung von mindestens 3.000 Volt, Impulsenergie von mindestens 0,3 Joule, Abstand zwischen Litzen maximal 25 cm, Bodenabstand der untersten Litze maximal 20 cm.
• geschlossene Drahtgeflechtzäune, mindestens 90 cm hoch und mit mindestens zwei Elektro-Drähten, -Litzen, -Seilen oder -Bändern oberhalb des Zauns (Abstand zum Zaun bzw. der anderen Litze maximal 20 cm) mit einer durchgängigen Spannung von mindestens 3.000 Volt, Impulsenergie von mindestens 0,3 Joule und durchschlupfsicherer Bodenabschluss.


Wildgehege
• mit geschlossenen Drahtgeflechtzäunen, mindestens 180 cm hoch und mit mindestens zwei Elektro-Drähten, -Litzen, -Seilen oder -Bändern oberhalb des Zauns (Abstand zum Zaun bzw. der anderen Litze maximal 20 cm) einer durchgängigen Spannung von mindestens 3.000 Volt, Impulsenergie von mindestens 0,3 Joule und durchschlupfsicherer Bodenabschluss.

 

 

Generell müssen mindestschutzkonforme Zäunungen allseitig geschlossen sein und Einschlupfmöglichkeiten mit mehr als 10 cm Durchmesser geschlossen werden.

 

 

Faltblatt für Nutztierhalter

Das Faltblatt "Der Luchs zurück im Pfälzerwald, Informationen für Nutztierhalter" richtet sich in erster Linie an die gewerblichen und Hobby-Tierhalter der zukünftigen Luchsregion. In komprimierter Form wird über die wichtigsten Aspekte, z.B. Kontaktdaten im Fall eines Übergriffs, Schadenskompensation und Prävention, aus dem Luchs Managementplan des Landes informiert. Der neue Flyer dient der Fachinformation, darüber hinaus soll er helfen Nutztierhalter vor ab über das Bestehen von Management-Regelungen, Ansprechpartnern und Notfallhilfen zu informieren.

Der Flyer kann hier>> oder im Downloadbereich direkt heruntergeladen werden.