Juni 2016 12:30 Alter: 1 year

aktuelle Pressemitteilung des MUEEF: "Die Region Pfälzerwald freut sich auf den Luchs"

Ergebnisse einer wissenschaftlichen Befragung in Trippstadt vorgestellt


PRESSEDIENST


MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, ERNÄHRUNG UND FORSTEN

Mainz, den 24.06.2016


Die Region Pfälzerwald


freut sich auf den Luchs
Ergebnisse einer wissenschaftlichen Befragung
in Trippstadt vorgestellt


Die meisten Anwohner des Pfälzerwaldes sehen die
geplante Rückkehr des Luchses in die Region als Gewinn
an. Das zeigt eine Untersuchung der Forstlichen
Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg,
die am Freitag in Trippstadt vorgestellt wurde. Demnach
empfinden rund 70 Prozent der befragten Menschen
ein positives oder sogar sehr positives Gefühl,
wenn das Gespräch auf die große Katze kommt.


Der Luchs punktet sowohl durch sein gewinnendes Aussehen,
seine verwandtschaftliche Nähe zu den vertrauten
Hauskatzen aber auch aufgrund seiner Rolle im Ökosystem.
Bei lediglich einem von Hundert Befragten löst die
Tierart negative Gefühle aus.
Die Ergebnisse der Befragung machen auch deutlich, dass
bislang etwa jeder Fünfte ein gesteigertes Interesse am
Thema Luchs zeigt. Zwei Drittel kennen die Pläne der Stiftung
Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, eine Wiederansiedlung
der Wildkatze im Biosphärenreservat Pfälzerwald
durchzuführen und wünschen sich zukünftig weitere Details
über das Vorhaben zu erfahren. Darüber, dass das Projekt
vor allem dem Naturschutz dient, aber die Region Pfälzerwald
mit der neuen Tierart auch für Waldbesucher attraktiver
wird, sind sich die meisten Befragten einig. Wie sich die
Betroffenheit von Bauern oder Jägern aber konkret gestaltet,
ist rund 20 Prozent der Befragten nicht klar. Dass auch
die Jagdverbände das Projekt unterstützen, ist im Bewusstsein
der Bevölkerung angekommen.
„Bemerkenswert ist die breite Zustimmung zum Luchs
selbst, die aus der Befragung deutlich wird, aber auch die
große Bekanntheit, die das Projekt bislang schon in der
Region erreicht hat“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Ulrich
Schraml, der ähnliche Untersuchungen schon in Bayern
und Baden-Württemberg durchgeführt hat. „Die Ergebnisse
der Befragung sprechen für die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit
des Luchsprojektes und vor allem für die breite Allianz,
die das Vorhaben unterstützt“, freut sich Umweltministerin
Höfken. Dies sei eine gute Voraussetzung für die bevorstehende
Freilassung der ersten Luchse im Pfälzerwald.
Jochen Krebühl von der Stiftung Natur und Umwelt ergänzt:
„Es ist uns ein Ansporn, dass sich die Befragten weitere
Informationen wünschen. Dem werden wir gerne nachkommen.“

Bis 2020 sollen im Rahmen des von der EU geförderten
Wiederansiedlungsprojekts für Luchse insgesamt 20 Tiere
im Biosphärenreservat Pfälzerwald freigelassen werden.
Den Anfang machen drei Luchswaisen aus der Slowakei,
die im Sommer ausgewildert werden sollen. Zudem wurden
in der Schweiz die ersten Luchse gefangen und mit GPSHalsbändern
gekennzeichnet. Genaue Termine für die Freilassungen
stehen noch nicht fest.


Hintergrundinformation zur Befragung:
Für die Untersuchung, die Freiburger Wissenschaftler von
der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-
Württemberg in Kooperation mit der Stiftung Natur und
Umwelt Rheinland-Pfalz durchgeführt hatten, wurden 318
zufällig ausgewählte erwachsene Menschen in der Region
Pfälzerwald telefonisch interviewt. Dabei waren sowohl Fragen
zum Luchs selbst, seiner geplanten Rückkehr in den
Pfälzerwald wie auch zur gewünschten Form der Informationsübermittlung
zum Wiederansiedlungsprojekt von Interesse.

Mehr Informationen zum LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald
der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Internet
unter http://www.luchs-rlp.de.

Ansprechpartner für die Befragung:
Prof. Dr. Ulrich Schraml
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-
Württemberg
Abteilung Wald und Gesellschaft
ulrich.schraml@forst.bwl.de
Tel. 0761-4018-165 oder 0172-3425123

 

Für das LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald:
Sylvia Idelberger
Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
Projektbüro LIFE Luchs
sylvia.idelberger@snu.rlp.de
Tel. 06306-911156