Mai 2017 11:24 Alter: 193 days

Unterwegs auf leisen Pfoten

aus dem Leben der sieben Luchse


Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz beobachtet aufmerksam, wie sich die 2017 freigelassenen Luchse in ihrer neuen Heimat bewegen. Nachdem Kuder Arcos nach seiner Freilassung im März eine große Wanderung in die Vogesen startete, lassen es die anderen Luchse etwas ruhiger angehen.

Die Schweizer Luchsin Rosa verlagerte ihren Aktionsraum nach der Freilassung etwas in Richtung Süden und hat in den vergangenen vier Wochen einen Raum etwa zwischen Geiselberg und Elmstein erkundet. Damit knüpft sie direkt an das Streifgebiet der bereits 2016 freigelassenen Luchsin Kaja an und teilt sich aktuell einen Teil des Gebietes auch mit Kuder Lucky. Während sich Reviere gleichgeschlechtlicher Luchse in der Regel nur geringfügig überschneiden, können - die meist größeren - Männchenreviere ein bis drei Weibchenreviere umfassen.

Etwas neugieriger ist ihre Schweizer Kollegin Bell. Sie orientierte sich zunächst Richtung Norden, überquerte die A63 und machte einen Abstecher in die Rheinebene Richtung Alzey. Trotz erfolgreicher Jagd in der freien Feldflur kehrte sie bald wieder um, wanderte in den Donnersberg, von dort wieder in den Pfälzerwald, stattete der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg einen kurzen Besuch ab und hält sich nun am Donnersberg auf. Bell bewegt sich umsichtig durch die Landschaft: mehrfach nutzte sie Brücken oder Unterführungen zur Überquerung der Autobahnen, so auch die für Wildtiere extra eingerichtete Grünbrücke über die A6 bei Wattenheim. Den Querungsnachweis konnte Projektmitarbeiter Michael Back mit Hilfe seiner speziell ausgebildeten Suchhunde, dem Hannoverschen Schweißhund „Bodo“ und seinem Helfer dem Rauhaarigen Foxterrier „Emil“ erbringen. Allein anhand der zeitlich getakteten GPS-Daten des Sendehalsbandes wäre die Nutzung der Brücke nicht nachweisbar gewesen.

Wie auch Bell zuvor, macht der zuletzt freigelassene Kuder Cyril aus der Slowakei zurzeit einen Abstecher aus dem Pfälzerwald in die Rheinebene. In der Höhe von Bad Dürkheim hat er den Pfälzerwald verlassen. Er bewegt sich geschickt entlang der wenigen vorhandenen Deckungen wie Gebüsche und Wäldchen und nutzt den Raum bis nach Ludwigshafen. Dem Kuder ist es mehrfach gelungen in der intensiv genutzten Landschaft Beute zu machen. Ein weiteres Beispiel für die Anpassungsfähigkeit dieser Tierart an die heutige Kulturlandschaft.